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Letzter Eintrag:

05.10.2018

Ein Jahr der Meerforellen-Rekorde

Als Angler braucht man bekanntlich viel Geduld. Lange mussten die Petrijünger des Fischereivereins Wildeshausen auch in dieser Saison auf den großen Fang beim Elektrofischen zur Laichgewinnung und Bestandskontrolle warten. Erst Mitte Dezember, als der Regen jede Menge Wasser in die Hunte gespült hatte, stiegen die Meerforellen geballt in ihre Brutbäche auf. Allein 60 Fische gingen dem E-Fischer-Team an einem Wochenende ins Keschernetz – ein Rekord. Von Anfang November bis kurz vor Weihnachten wurden insgesamt 195 aufgestiegene Meerforellen und ein Lachs registriert. Auch das ist ein Bestwert für das im Jahr 1999 gestartete Wiederansiedlungsprogramm. „Praktisch jedes Kiesbett war von den Fischen beim Laichen umgepflügt worden“, freut sich der Vereinsvorsitzende Jens Pfänder über jede Menge natürliche Brut.

 

Dass immer mehr Meerforellen den Weg zurück in die Hunte finden, zeigten im vergangenen Jahr auch die vielen Fänge mit der Angel. 31 Fische wurden in Wildeshausen gefangen, mit Abstand so viele wie noch nie. Die größte Meerforelle (80 Zentimeter/10 Pfund) ging Tobias Siemer direkt hinter dem Wehr in Zwischenbrücken an den Haken. Um einmal einen solchen Traumfisch zu fangen, reisen sonst viele deutsche Petrijünger an die dänische Ostseeküste oder nach Rügen.

 

Klar, dass bei diesen Zahlen auch das vereinseigene Bruthaus wieder randvoll war: 135.000 Meerforellen-Eier sind in den vergangenen Wochen bei sechs Grad Wassertemperatur 60 Tage herangereift. Die letzten Brütlinge sind in dieser Woche geschlüpft. Vorher war aber wieder jede Menge Handarbeit angesagt: Gewässerwart Ralf Siemer kontrollierte täglich akribisch die Siebe und Becken. Mit einer Pipette saugte er die winzigen Ei-Hüllen ab und tauschte regelmäßig 400 Liter Wasser in den Rinnen aus.

 

Drei Wochen haben die Mini-Fische von ihrem Dottersack gezehrt. Jetzt geht es zurück in die Aue, den Altonaer Mühlbach oder die Flachsbäke. Da durfte am Donnerstag (5. März) auch die vom Fischereiverein betreute Schul-AG Gewässerschutz ran. Die Jugendlichen der Hunte-, Real- und Hauptschule setzten 7000 Meerforellen und 30 Edelkrebse in den von ihr renaturierten Bachabschnitt unterhalb der Delmenhorster Straße aus. Einige tausend Fischchen werden außerdem in der gepachteten Teichanlage auf Gut Altona aufgepäppelt.

 

„Die Brutsaison ist wieder super verlaufen. Wir hatten nur sehr wenige Verluste“, zog Ralf Siemer ein positives Fazit. Noch ist seine Arbeit aber nicht ganz beendet: Weil sich die Lachse beim E-Fischen wieder rar machten, haben die Wildeshauser Petrijünger jetzt 16.500 Eier in Dänemark gekauft. Wie die Aufzucht funktioniert, interessiert auch 30 Jugendwarte des Landesfischereiverbandes Weser-Ems. Sie haben ihre Fortbildung extra nach Wildeshausen verlegt, um am 14. März das Bruthaus zu besichtigen.

 

 

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