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12.12.2018

Nabu und Naju an der Visbeker Aue

Der NABU Dötlingen-Wildeshausen wollte mit der NAJU (Naturschutzjugend) das Wissen an und in natürlichen Gewässern fördern. Tamino Büttner und Gertraud Kreye baten den Fischereiverein Wildeshausen e. V. um Unterstützung und mit Ralf Siemer (Naturschutz- und Umweltbeauftragter) wurde ein Programm besprochen.

20 Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren trafen sich am 18.08.2018 an der Visbeker Aue. Der Fischereiverein konnte hier zeigen, dass es sich hier um ein natürliches Gewässer mit hoher Qualität handelt.

Mit Keschern und Watstiefeln ging es ins Wasser, um kleine ‚Krabbeltierchen‘ zu fangen. „Die dienen zur Bestimmung der Wasserqualität. Bestimmte Tierchen sind der Indikator für eine hohe Wasserqualität und die versuchen wir zu fangen und zu bestimmen“, erklärte Ralf Siemer den Kindern. Und das Engagement der jungen Naturschützer zahlte sich aus. Großlibellen-, Eintags- und Köcherfliegenlarven, Bachflohkrebse, einige Stichlinge und sogar eine Mühlkoppe (FFH-Art) landeten im Eimer. Der Naturschutznachwuchs lauschte interessiert den Erklärungen Ralf Siemers. „Die Großlibellenlarve lebt einige Jahre im Gewässer und ist ein großer Räuber, sie ernährt sich sogar von kleinen Fischen. Köcherfliegenlarven bauen sich zum Schutz vor Fressfeinden aus kleinen Pflanzenteilen und Steinen eine Röhre (Köcher) in der sie leben. Der Stichling legt seine Eier in selbstgebaute Nester und die Mühlkoppe in eine Höhle. Anschließend betreiben die Männchen Brutpflege und bewachen die Eier bis zum Schlupf der Jungen.“ Alle gefangenen ‚Krabbeltierchen‘ kommen nur in sehr gutem Wasser vor, deshalb zählt die Aue zu einem der besten Fließgewässer im Landkreis. Die Tierchen wurden anschließend wieder schonend zurückgesetzt.

Außerdem schauten sich die Mitglieder der NAJU Teilbereiche des Gewässers von außen an. Sie mussten die Gewässer- und Uferstrukturen bewerten. Unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten, Uferformen und Strukturen im Wasser konnten festgestellt werden. Hier finden auch der Eisvogel und die Wasseramsel gute Lebensbedingungen. Das Ergebnis lautete eindeutig mehr ‚lachende als traurige Fische‘. Hier fühlen sich alle Tiere im und am Wasser wohl.

Der Fischereiverein konnte außerdem zeigen, dass man aktiv zur Verbesserung der Gewässerqualität beitragen kann. In Zusammenarbeit mit der Huntewasseracht wurden in den vergangenen Wochen Renaturierungsmaßnahmen an der Aue durchgeführt. Neue Kiesbänke und Strömungslenker entstanden.

Dem Naturschutznachwuchs des NABU Dötlingen-Wildeshausen und den Verantwortlichen des Fischereivereins hat die Exkursion an der Visbeker Aue Spaß gemacht. Hier wird es in der Zukunft sicherlich zu weiteren Projekten kommen.

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